Ado Schlier

Künstlerischer Leiter der „Songs“ seit 1987

Start in ein 82-jähriges Leben war 1935 in Würzburg. Fast alles normal in einer bürgerlichen Kaufmannsfamilie. Besuch mit nicht so großem Erfolg vieler Würzburger Schulen. Mutiger Aufbruch 1952 nach München zu einem Leben ohne die engen Grenzen der Stadt Würzburg. Praktikum im Verlag und Musikalienhandel Hieber und Gründung einer kleinen Konzertdirektion. Aktivitäten wurden hier vor allem entwickelt im Bereich Jazz und gehobener Unterhaltung.

Sehr früh kam zu den Aktivitäten der Veranstaltungstätigkeit der Wunsch, sich auch im Bereich Rundfunk zu engagieren. Erstes Programm mit eigener Moderation in Hausham 1954. Gehversuche in Richtung Rundfunk mit Interviews beim Sender Rot Weiß Rot in Salzburg 1954. Dritter Preisträger eines Moderatorenwettbewerbs des Bayerischen Rundfunks 1955 – ohne größere Folgen. Ab 1956 auf der einen Seite Großveranstaltungen mit Künstlern wie Duke Ellington, Modern Jazz Quartett bis zu Ray Charles, den Bee Gees und fast allen der Szene der 60er und 70er Jahre.

Ab 1961 Producer der Sendereihe des Bayerischen Rundfunks „Jazz auf Reisen“ mit allen nur erdenklichen bekannten Größen der damaligen Zeit. Entdeckt als Radioplauderer von der Rai Südtirol 1966 – der Sender, dem er bis heute sehr herzlich verbunden ist. Start beim Bayerischen Rundfunk als Producer und Reporter 1966. Eigene moderierte Sendungen ab 1967, wie „Club 16“, „Gute Nacht Freunde“, „Morning Sky“ und „Gästebuch“. Aber auch Betreuung von Fernsehsendungen wie „Internationale Jazzwoche Burghausen“, „Songcontest der Eurovision“, den er für das Fernsehen von 1979 bis 1986 in der ARD kommentierte, für den Hörfunk der ARD von 1979 bis 2000. Weitere wichtige Sendungen waren: Betreuung als Redakteur von „Bioleks Showbühne“ über „Weihnachten in Europa“ bis zu seinem Lieblingskind „Songs an einem Sommerabend“.

Er verließ 2000 den Bayerischen Rundfunk als Redakteur und ist heute als Autor, Producer und künstlerischer Berater von Bühnenveranstaltungen tätig. Wichtig sind hier diverse Projekte in Südtirol, vor allem seine wöchentliche Sendung „Meine Radiostunde“ bei der RAI Südtirol samstags von 18:05 bis 19:00 Uhr und viele Sondersendungen an Feiertagen.

Er erhielt Preise für sein Feature „Der letzte Dienst“ (eine Sendung über den Tod) und „Die Zeit der langen Tage“ (ein Feature über Rentner mit sehr viel Freizeit). Ein großer Erfolg waren 13 Folgen über deutschsprachige Regionen für Radio Bremen und die Reihe „Gästebuch“, in der er Gespräche mit allen Wichtigen, die im öffentlichen Leben standen, führte – von Franz-Josef Strauß, Ignatz Bubis, von Curd Jürgens über Heinz Rühmann bis Maria Schell und von Peter Alexander über Udo Jürgens bis Gilbert Becaud.

Für sein Lebenswerk erhielt er 2006 das Bundesverdienstkreuz in Deutschland.

Ado Schlier lebt teilweise in der mainfränkischen Metropole Würzburg und seit 1966 im Jaufental in Südtirol.