Songs an einem Sommerabend 2015

Das waren die „Songs an einem Sommerabend“ 2015 auf der Wiese vor Kloster Banz in Bad Staffelstein am Freitag, 3. und Samstag, 4. Juli 2015

Die Songs 2015 - Freitag, 3. und Samstag, 4. Juli, jeweils 19 Uhr

Mit dem Jahrgang 2015 ging das große Festival der Liedermacher in die 29. Runde.

Wieder wurden von Matthias Brodowy als Moderator Künstler aus vielen Regionen beim Festival „Songs an einem Sommerabend“ präsentiert. Die fünfte Jahreszeit in Bad Staffelstein am 3. und 4. Juli 2015 ist inzwischen ein fester Bestandteil der Kulturszene in Franken geworden. Der Jahrgang präsentiert sich mit den großen Namen, die das Festival im Laufe der Jahre geprägt haben.

 


Konstantin Wecker

Auch 2015 steht er für Aufrütteln und Schlendern
Konstantin Wecker
Bild: © Annik Wecker

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist. Wer verbindet diese Zeile nicht mit Konstantin Wecker? Im Sommer 2015 wird der deutsche Liedermacher auf dem Banzer Festival wieder live zu erleben sein – mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie. Konstantin Wecker und sein Publikum, das ist mehr als eine Freundschaft, das ist Liebe.

Seit nunmehr 40 Jahren tritt der bayerische Komponist und Sänger bereits in Deutschland, Österreich, Italien und in der Schweiz auf. Vier Jahrzehnte, in denen er seinen Idealen stets treu geblieben ist. Dafür lieben ihn seine Anhänger ebenso wie für seinen immer offenen Umgang mit der eigenen Geschichte. Denn Konstantin Wecker wurde schon oft aus der Bahn geworfen, seinen Weg zu sich selbst hat er nie aus den Augen verloren.

Mit alten Klassikern wie „Genug ist nicht genug“ oder „Frieden im Land“, „Sage nein“ und den neuen Songs „Absurdistan“ und „Wut und Zärtlichkeit“ lässt der Musiker seiner Empörung freien Lauf und auch Zeilen, die er vor 30 Jahren gedichtet hat, sind heute so aktuell wie nie. Für den streitbaren Künstler herrscht auch im Sommer 2015 alles andere als Frieden im Land. Aus diesem Grund zeigt er auf seine ganz eigene Art und Weise den allzu Mächtigen auf dieser Welt auch in diesem Jahr die Faust.

Der wachsame und engagierte Poet nutzte schon immer die Kraft der lauten und leisen Töne, um die Menschen zur Innenschau und Wachsamkeit zu bewegen. Aufzustehen.

Konstantin Wecker im – Sommer 2015 – unter dem schlichten Programmtitel verbirgt sich auch in diesem Jahr eine unbändige Ladung Lebens- und Spielfreude, durch die der Musiker wundervolle Momente erlebt und mit seinem Publikum teilt.

Konstantin Wecker, der 2015 zum achten Mal zu den „Songs an einem Sommerabend“ kommt, bringt diesmal das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast mit. Konstantin Wecker, der neben seiner Liedermacherkunst und seinen schriftstellerischen Arbeiten auch ein vielgefragter Komponist ist, hat alte und neue Lieder, die er im Sommer 2014 in der Toskana geschrieben hat, speziell für die „Songs an einem Sommerabend“ bearbeitet.

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Angelo Branduardi

„Die Legende der italienischen Liedermacher in Banz“

Angelo Branduardi

Angelo Branduardi wurde in Cuggiono, in der Nähe von Mailand, geboren. Schon nach wenigen Monaten zog seine Familie nach Genua und dort, am Konservatorium Niccolò Paganini, erlangte Angelo sein Violindiplom und gab sein Debüt als Solist mit dem Orchester des Konservatoriums. Im Alter von fünfzehn Jahren zog Angelo erneut um, diesmal nach Mailand, und hier schrieb er sich ein ins Istituto Tecnico per il Turosmo, wo er den großen Poeten Franco Fortini kennen lernte und lange als Lehrer hatte.

Dies sind die Daten und Etappen seiner außergewöhnlichen Karriere:
1974 – Plattendebüt: die RCA publiziert das Album „Angelo Branduardi“, arrangiert von Paul Buckmaster.
1978 – „La Pulce d’acqua“ erscheint, an welchem der sardische Musiker Luigi Lai, Virtuose der Launeddas (altes sardisches Dreifach-Blasinstrument), als Gast mitarbeitet.
Diesem Album folgt eine sehr lange Tour, welche Branduardi quer durch Europa führt.
1979 – „Cogli la prima mela“ erscheint ein Album mit großem Erfolg in ganz Europa, prämiert von den deutschen und europäischen Kritikern.
Die Tournée „La Carovana del Mediterraneo“ beginnt, mit Stephen Stills, Graham Nash und Ritchie Havens als Gäste während der ganzen Tour.
1994 – „Domenica e lunedi“. Verfasser der Texte sind neben Luisa Zappa auch Paola Pallottino, Eugenio Finardi, Roberto Vecchioni und Pasquale Panella.
Im November des gleichen Jahres startet eine Tourne, welche Branduardi in zwanzig italienische Theater und an über sechzig europäische Orte bringt.

Aus dieser Tour entstand das Live-Album „Camminando, camminando“. Das Album enthält zwei neue, im Studio realisierte Lieder, mit Texten von Giorgio Faletti. Dies ist der Beginn einer Freundschaft und Zusammenarbeit, welche im Jahr 1998 mit der Realisation von „Il dito e la luna“ ihre Fortsetzung finden wird.
2000 – „L’Infinitamente Piccolo“: elf Lieder mit Texten basierend auf den franziskanischen Quellenschriften. Mit der Teilname von internationalen Künstlern, wie Madredeus und i Muvrini, und namhaften italienischen Künstlern, wie Ennio Morricone, Franco Battiato und la Nuova Compagnia di Canto Popolare. Diesem, dem Heiligen Franziskus gewidmeten Album, folgt eine Tourne mit großem und unerwartetem Erfolg, welche das ganze Jahr 2001 dauert, mit über 120 Konzerten in ganz Europa.
2012 Neues Album: «Camminando Camminando Vol. 2», mit neuer Single «Rataplan», geschrieben von Branduardi und Giorgio Faletti, einem der – auch international – anerkanntesten Autoren Italiens . Tour durch 20 Städte im November/Dezember 2014.
2015 – Angelo Branduardi kommt zum zweiten Mal zu den Songs.

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Räuberzivil mit Heinz Rudolf Kunze

„Der große Erfolg der Songs 2012 & 2013“

 

Heinz Rudolf Kunze, Jahrgang 1956, Studium der Germanistik und Philosophie an den Universitäten Münster und Osnabrück, 1978 Literatur-Förderpreis seiner Heimatstadt Osnabrück, gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Rockmusikern. Mit „Dein ist mein ganzes Herz“ landete er seinen ersten Top-Ten-Hit, es folgten Charterfolge wie „Mit Leib und Seele“ oder „Alles was sie will“ und die Verleihung namhafter Schallplattenpreise. Zu seinen 23 Alben gehören Erfolgsalben wie „Brille“ (1991), „Macht Musik“ (1994) und „Halt“ (2000).

In den 80er Jahren begann Heinz Rudolf Kunze auch als Musicalübersetzer zu arbeiten. So übertrug er „Les Misérables“ (1993 in Österreich mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet), „Miss Saigon“ und „Rent“ ins Deutsche; 1988 erhielt er den höchsten Preis der deutschen Musical-Industrie für seine Übersetzung des Lloyd Webber-Stücks „Joseph“.

Mit der Neubearbeitung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ hat er seine erfolgreiche Arbeit als Songtexter und Autor fortgesetzt. Er schuf auch den Eröffnungssong für den „Evangelischen Kirchentag 2005“ in Hannover mit seinem langjährigen Gitarristen und Komponisten Heiner Lürig. Im Herbst 2004 hatte sein Musical über E.A.Poe am Stadttheater in Saarbrücken Premiere. Zusammen mit Konstantin Wecker schrieb er das Musical „Quo Vadis“ für das Stadttheater Trier, es kam im Frühjahr 2005 zur Aufführung.

Auch in seinen Büchern präsentiert er sich als Wort-Künstler. „Sprache ist ein Scheitern, das der Rede nicht wert ist“ – zumindest für Heinz Rudolf Kunze. Er lässt ihr nichts durchgehen, und erst recht nicht denen, die geschwätzig die eigene Geistlosigkeit nieder reden wollen. Kunze bleibt der unbequeme Beobachter, der in seinem reichen Sprachreservoir immer wieder neue Mittel findet, schleichende Veränderungen in der Gesellschaft in ein schrilles, entblößendes Licht zu rücken. Das Erstarren in der Warteschleife des Lebens, die Orientierungs- und Ziellosigkeit in Politik und Privatem stehen in seinen Texten und Liedern meistens im Vordergrund. Doch Kunze ist keiner, der aus dem Glashaus heraus mit Steinen wirft. Immer wieder stellt er kritisch die eigene Zuschauer-Position in Frage, beschreibt die Diskrepanz von Sehnsüchten und Vermögen, vom Aufruhr der Gedanken und vom Defätismus oder der Ratlosigkeit, wenn es darum geht, diese ins Leben hineinzustoßen. Er provoziert, spielt mit Rollen und Haltungen, schmäht und ironisiert, ist bitter oder kokett – kurz, er tut alles, um seine Zuhörer und Leser zu einem Gespräch zu verführen, zum Widerspruch zu reizen oder zum Zuspruch.

Heinz Rudolf Kunze war 2007 das erste Mal bei den Songs und war 2012 und 2013 der große Erfolg. Er kommt 2015 zum vierten Mal zum Festival.

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Carolin No

Einst Preisträger – heute nach vier Jahren eine europäisch weit gefragte Gruppe der Liedermacherszene.

Bild: © daggi binder, maizucker.de

Caro Obieglo wurde am 17.03.1979 als Carolin Evi Weißenberg in Würzburg geboren und wuchs in Waldbüttelbrunn bei Würzburg auf. Caros Hauptinstrument ist ihre Stimme. Sie studierte klassischen Gesang in Bad Königshofen, danach Jazzgesang bei Reinette van Zijtveld-Lustig und Kompositionen bei Chris Beier an der Hochschule für Musik in Würzburg. Neben dem Akkordeon, das – wie auch das Klavier – ihr Bühneninstrument ist, spielt sie Saxofon und Schlagzeug.

Andi Obieglo wurde am 26.04.1978 in Deggendorf geboren und wuchs in Schöllnach bei Deggendorf auf. Er besuchte das Music College in Regensburg und führte anschließend seine Ausbildung an der Hochschule für Musik in Würzburg fort. Dort studierte er Klavier, Komposition und elektronische Musikproduktion bei Tine Schneider.

Caro und Andi lernten sich 1999 während ihres Studiums an der Hochschule für Musik in Würzburg kennen. Seit 2008 sind sie verheiratet und leben seit 2010 abwechselnd in der Nähe von Würzburg und in Berlin-Neukölln.

Entscheidend für die weitere musikalische Entwicklung war dann zwei Jahre später ein mehrmonatiger Roadtrip durch die USA. Auf der Suche nach Antworten auf persönliche und kreative Fragen kamen Caro und Andi während er Reise zu dem Entschluss, die Lehrberufe aufzugeben und sich ganz ihrer Musik zu widmen. Noch im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihre erste Live-CD Open Secret Concert.

Andi und Caro schreiben sowohl ihre Texte als auch ihre Musik gemeinsam. Zuerst entsteht meist der Text, dann folgt die Musik, komponiert am Klavier oder der Gitarre. Im Anschluss entscheidet das Duo, wie die Songs verpackt, also produziert werden können.

Ihre Texte schreiben Carolin No in englischer und deutscher Sprache, inhaltlich sind diese zum Teil autobiografisch. Auf dem Album Loveland verarbeiten beide außerdem ihre Erlebnisse des Roadtrips durch die USA, den sie 2009 unternahmen und den beide sowohl privat als auch beruflich als prägend empfanden.

Ihre umfassende Ausbildung und ihr breit gefächerter Musikgeschmack machen es schwer, die Musik von Carolin No mit einem Wort zu beschreiben. Auf Vorbilder möchten sich Caro und Andi nur ungern festlegen, denn die Anzahl der Künstler, durch die sich das Duo beeinflusst fühlt, ist zu groß, um Einzelne zu nennen.

2010 gewann das Duo den „Nachwuchsförderpreis für junge Songpoeten“ der Hanns-Seidel-Stiftung. Infolgedessen traten Carolin No 2010 und 2011 neben Künstlern wie Reinhard Mey, Hannes Wader und Konstantin Wecker beim Liedermacher-Festival „Songs an einem Sommerabend“ auf Kloster Banz auf.

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SOLOzuVIERT

Liedermacher – Dialektiker – Austropop

Bild: © SOLOzuVIERT

Eigentlich war SOLOzuVIERT geplant, um die jeweiligen Solo- bzw. Band-Projekte der Herren Horst Klimstin, Uwe Hölzl, Benji Hassler und Chris Watzik unter die Leute zu bringen – eine Art Tupperparty für Musikinteressierte. Jeweils SOLO geht man für eine halbe Stunde auf die Bühne, um sein Bestes zu geben. Die Idee, als Zugaben ein paar Nummern gemeinsam, mit mehrstimmigem Gesang zu machen, ließ nicht lange auf sich warten. Sodann beschlossen die Herren, sich auch zu einer Art Band zusammenzuschließen – zu Österreichs erster Liedermacherband SOLOzuVIERT.

Im Jänner 2009 begann die Konzertreihe „Liedermacherabend – SOLOzuVIERT“. Fast ein Jahr und 40 Konzerte später wurde aus dem „Lidermacherabend – SOLOzu VIERT“ das Projekt bzw. die Band SOLOzuVIERT. Mit den beiden Programmen „Einsam“ und „Gemeinsam“ tourten sie 2010 durch das Land, brachten ihre erste Single „Es ist Weihnachtszeit“ heraus und absolvierten drei Fernsehauftritte – somit war bereit das erste Jahr sehr erfolgreich. Live-Konzerte quer durch das Land, ob beim Wiener Donauinselfest, das Burgarena Finkenstein oder beim Grazer Stadtfest.

SOLOzuVIERT erzeugen mit lockerem und bisweilen auch selbstironischem Geplauder eine sehr persönliche und kurzweilige Stimmung und machen so jeden Konzertabend zu einem einzigartigen Erlebnis.

Auf vielen Reisen beweist die steirische Gruppe SOLOzuVIERT eindrucksvoll, dass die Dialektmusik noch lange nicht das vielbeschworene Ende gefunden hat. Bei den Songs sind die Vier zum ersten Mal.

» Website von SOLOzuVIERT


Georg Clementi

Der Südtiroler Geschichtenerzähler

Bild: © Stefan Dokoupil

Am Puls der Zeit und dennoch von zeitloser Schönheit, außergewöhnlich und wohltuend anders – so sind die Chansons von Georg Clementi, die er Zeitlieder nennt. Er macht einen großen Bogen um private Befindlichkeiten, all jene Themen, auf die sich so viele Liedermacher mit Vorliebe stürzen. Clementi, der leidenschaftliche Zeitungsleser, entwirft ein poetisches Bild des aktuellen Zeitgeschehens – Weltausschnittsminiaturen ganz ohne Kitsch und Plattitüden, federleicht und lebensbejahend, mitunter etwas melancholisch. Was Clementi noch auszeichnet, ist seine überbordende Interpretationslust, die jedes Konzert zu einem Bühnenereignis macht. Die Zeitlieder entstehen im Teamwork. Die Akkordeonistin Sigrid Gerlach-Waltenberger vertont mit Clementi die klugen Texte. Texte, die unter die Haut und ins Herz gehen. Der Gitarrist Tom Reif verleiht den Kompositionen den letzten Schliff und arrangiert sie. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Werk, einfühlsam und verschwenderisch, mit tänzelnden Musetteklängen am Akkordeon und virtuosem Gitarrenspiel. „Lieder, die so bewegen, dass die Zeit stillsteht“, wie ein Kritiker befand.

29 Jahre sind vergangen, seit Georg Clementi zum ersten Mal bei „Songs an einem Sommerabend“ auftrat und gleich einen Preis als bester Nachwuchskünstler einheimste. Damals war der gebürtige Bozener gerade 16 Jahre alt und stand am Anfang seiner Liedermacherkarriere. Auch im darauffolgenden Jahr war er wieder auf der Klosterwiese in Banz zu Gast, dieses Mal schon im Hauptabendprogramm. Trotzdem schlug Clementi einen anderen künstlerischen Weg ein und absolvierte eine Schauspielausbildung. Schon bei seinem ersten Engagement landete er am Salzburger Landestheater. Seitdem ist für ihn die Stadt an der Salzach zum Lebensmittelpunkt geworden. Hier hat er sich als Schauspieler und Regisseur einen Namen gemacht. Das Liederschreiben ließ Georg Clementi aber nie los. Vor drei Jahren kehrte er zu seiner künstlerischen Wurzeln zurück und widmet sich wieder intensiv dem deutschsprachigen Chanson. Die CD „Zeitlieder“ wurde in Österreich als Entdeckung des Jahres gefeiert und fand auch in Deutschland große Beachtung. So gewann Clementi 2012 beim Stuttgarter Troubadour den 1. Preis der Jury sowie den Publikumspreis und belegte beim Potsdamer Chanson-Festival den 2. Platz.

» Website von Georg Clementi


Moderation und mehr: Matthias Brodowy

Seit dem 26. Festival ein fester Bestandteil der Liedertage

Matthias Brodowy steht seit 1989 auf der Kabarettbühne, zunächst in einem Schüler-, bzw. Studentenensemble, seit nunmehr 15 Jahren tourt er als Solist quer durch Deutschland. Für das erste seiner acht Soloprogramme wurde er von Hanns Dieter Hüsch mit dem niederrheinischen Kabarettpreis „Das schwarze Schaf“ ausgezeichnet. Es folgten insgesamt 15 weitere Kabarettpreise, darunter im Jahr 2000 der „Prix Pantheon“ und 2013 der „Deutsche Kleinkunstpreis“ in der Sparte Chanson. Denn Brodowy ist nicht nur Wortakrobat, sondern mit Leib und Seele auch Musiker. Als ausgebildeter Organist fühlt er sich überall dort zuhause, wo er Tasten vorfindet. Zurzeit ist Brodowy mit seinem achten Soloprogramm „Kopfsalat-Chaoskabarett“ unterwegs sowie mit seinem „Kabarettkonzert in Begleitung“ mit Musikern und einem Theaterstück mit einem Hamburger Puppenspieler, das er auch in plattdeutscher Mundart aufführt. Er hat inzwischen sieben CDs veröffentlicht, zuletzt 2013 „Bis es Euch gefällt“, ein Doppelalbum mit Höhepunkten aus acht Programmen. Neben seiner Bühnentätigkeit arbeitet Brodowy regelmäßig für das Radio, so moderiert er u. a. für den WDR das Kabarettfest aus Paderborn. Auch in der Welt der Varietés ist er zuhause, arbeitete für Roncalli und führt als Conférencier durch die Abende im legendären Hamburger Hansatheater. Und in Franken fühlt sich der Hannoveraner auch besonders wohl: 2012 moderierte er zum ersten Mal die Songs an einem Sommerabend. Bei der Ausgabe 2015 kommt er zum vierten mal.

» Website von Matthias Brodowy


Martin Zingsheim

Bild: © Georg Pieron

In den letzten vier Jahren hat der junge Kölner Kabarettist Martin Zingsheim die deutsche Kleinkunstszene gleichsam im Sturm erobert und war 2014 mit insgesamt 181 Auftritten zwischen Kiel und Zürich zu sehen. Im Februar 2015 wurde ihm der renommierte Deutsche Kleinkunstpreis (Förderpreis) im Mainzer Unterhaus verliehen. Seine Liebe zur Musik und zum Lied jedoch wurde bei den Songs an einem Sommerabend im vergangenen Jahr neu entfacht, wo er als Nachwuchspreisträger auf der legendären Wiese vor Kloster Banz spielen durfte.

» Website von Martin Zingsheim


Die Nachwuchspreisträger der Hanns-Seidel-Stiftung 2015:

Le-Thanh Ho

Singer / Songwriter – Chansonette

Bild: © Jael Jones

Le-Thanh Ho kam als Kind von vietnamesischen Flüchtlingen am 29. Januar 1987 auf die Welt, die aufgrund des Vietnamkrieges ihre Heimat verlassen mussten und nach Deutschland gekommen sind. Trotzdem die Eltern damals kaum ein Wort Deutsch sprachen, weckte vielleicht gerade das in ihr als Kind das Interesse an der deutschen Sprache. Hermann Hesse, Wolfgang Borchert, Lasker-Schüler und Masscha Kaléko wurden rasch ständige Begleiter. Sie fing früh an, eigene Texte zu verfassen, schrieb alsbald zu Schulzeiten für diverse Zeitungen und Zeitschriften Kolumnen und auch Songs für das Musical „System Error“, welches ausgezeichnet wurde und gute Kritiken bekam.

Ein Redakteur einer Zeitung, für die sie schrieb, ermutigte sie, aus den poetischen Kurzgeschichten Gedichte zu machen. Diese zu vertonen war dann ein naheliegender Schritt, da sie zu dieser Zeit in mehreren Bands als Sängerin und Texterin tätig war.

Von 2008 bis 2011 absolvierte sie erfolgreich die Schauspielschule in München und schloss mit der Bühnenreife ab.

Seit 2012 arbeitet Le-Thanh Ho in Berlin an ihrem musikalischen Solo-Projekt. Le-Thanh Ho singt sich immer wieder in Rage, intoniert ihre Texte so unterschiedlich, dass man sich mal mitten in Berlin und dann wieder mitten in Paris wähnt.

Sie schreibt poetische Songs auf Deutsch und performt sie mit dem Musiker Flemming Borby in ganz Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz.

Ihre größte Inspiration zieht sie aus dem französischen Kino und dem Film Noir und überträgt deren Bildsprache und Stilmittel auf ihre Lieder.


Christoph Theußl

Singender Geschichtenerzähler

Bild: © Eva Kubinska

Christoph Theußl ist ein in München lebender österreichischer Schauspieler, Performancekünstler und Liedermacher. 2014 erhielt er für seine musikalische Tätigkeit den Förderpreis der Liederbestenliste.

Christoph Theußl studierte von 1994 bis 1998 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz Schauspiel. Dort lernte er seine späteren Performance-Kollegen Marianne Ramsey-Sonneck und Georg Reinhardt kennen. 1997 bekam er sein erstes Engagement als Schauspieler am Theater an der Parkaue in Berlin.

2001 gab Theußl sein erstes Konzert mit ausschließlich selbst geschriebenen Liedern und Texten und seitdem tritt er regelmäßig in Clubs, Kneipen, bei Festivals, Kleinkunstveranstaltungen und Lesebühnen als Liedermacher auf. Seit 2008 ist Theußl in stetigem künstlerischen Kontakt mit dem Club der polnischen Versager. Als Schauspieler war Theußl in der Zeit zwischen 2004 und 2010 häufig Mitglied des Ensembles rund um die Regisseurin Angela Richter, seit 2005 realisiert er auch immer wieder Kunstprojekte mit der Projektemacherin und Filmproduzentin Juliane Beer und ihrem Label Kunst im Getriebe. Seit seinem Umzug nach München arbeitet Theußl eng mit dem Pathos Theater zusammen sowie mit dem Performance Kollektiv Die Bairishe Geisha, bestehend aus Judith Huber und Eva Löbau. Seit Herbst 2012 ist Theußl Stammmitglied der wöchentlich stattfindenden Münchner Lesebühne Die Schwabinger Schaumschläger und ist seitdem hauptsächlich als Musiker, Lidermacher und Musikkabarettist tätig.

Theußl bezeichnet sich selbst als „Satiriker“ und „klassischer Liedermacher“ und tritt live fast ausschließlich mit einer sechssaitigen Stahlsaitengitarre auf. Obwohl er schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt und auch hauptsächlich in diesem Land in seiner Musik auftritt, behält Theußl bisher den österreichischen Dialekt in seinen Liedern bei. Dieser sei nach eigenen Angaben geeigneter, um den speziellen Humor, der zentraler Bestandteil seiner Texte ist, besser zum Ausdruck zu bringen.


Falk

Liedermacher

Falk ist ein junger Liedermacher aus Berlin. Ebenso böse wie charmant fasziniert er mit sein Texten Publikum, Kollegen und Kritiker. Er kann brüllend komisch ebenso wie tieftraurig, seine stärksten Momente hat er aber, wenn er beides gleichzeitig ist. Falk ist ein Songpoet von Format, Komödiant, Geschichtenerzähler, Gefühlsjongleur mit Witz, frecher Schnauze und ganz viel Tiefgang.

Geboren am 25. Dezember 1985 in Wuppertal, befasste er sich zuerst mit dem Gitarrenspiel und versuchte aber schon sehr früh, erste eigene Lieder zu schreiben. Es kamen regionale Preise, vor allem in Nordrheinwestfalen, bis er 2011 nach Berlin zog, um hauptberuflich Liedermacher zu werden. Er machte 2015 seinen Master of Arts in Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Er personifiziert eine polarisierende Haltung, wie sie selten geworden ist in unserem Land, in unserer Branche. Und ja: auch im Liedermacher-Genre. Seine Texte schwingen sich schon jetzt auf, zum Inbegriff von in Melodie und Gesang gegossenem Sarkasmus zu werden. Wo andere junge Künstler – bei aller textlichen Brillanz, bei aller Klangqualität – doch vermehrt den Schulterschluss mit ihren Fans suchen, polarisiert Falk selbst jene Leute, die ihm wohlgesonnen sind.


Sonderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung 2015:

HörBänd

„Musikalische Brückenbauer“

Die Sängerin und die vier Sänger haben sich in Hannover an der Musikhochschule kennengelernt, wo sie mit verschiedenen Schwerpunkten studieren. Aus den Wurzeln eines Männer-Ensembles wurde das Quintett im Frühjahr 2014 unter dem Motto „VOiCE wird weiblich“ zur wahrscheinlich weiblichsten Boygroup der Welt.

Im ersten Programm „erfräulich anders“ verband HörBänd in bewährter Manier Altes mit Neuem, Gewöhnliches mit Unvorstellbarem und Professionalität mit Spontaneität. Musikalisch wird das Publikum auf eine Reise durch märchenhafte Welten, Probleme des Alltags oder einfach nur in klangliche Sphären geführt.

Eine Reihe von Preisen hat die singende Fünf von HörBänd bereits gewonnen, und zwar Gewinn des ACAPIDEO-Wettbewerbs der Internationalen A-cappella-Woche Hannover, den ersten Platz beim Wettbewerb der acapellica Hamburg, den ersten Preis in der Kategorie „Beste A-Cappella Gruppe“ sowie den zweiten Preis in der Kategorie „Bester Pop-Act“ beim 32. Deutschen Rock&Pop Preis.