Giora Feidman

Ein lebendiges Stück Musikgeschichte!

Giora Feidman (Foto © Broede)
Giora Feidman (Foto © Broede)

55 Jahre nachdem Giora Feidman mit seiner Klarinette erstmals in die Welt hinauszog, erscheint dieses Attribut nicht übertrieben. Als einer der wichtigsten Interpreten zeitgenössischer Musik hat sich Giora Feidman über die Jahrzehnte zu einem Phänomen entwickelt, ist Künstler, Entdecker und Ereignis, ein rastloser Botschafter mit einem Spiel von unverminderter Anziehungskraft.

Kaum beschreibbar, was er mit seiner Klarinette auf der Bühne anstellt: wie sie lacht und weint und erzählt, die Zuhörer packt und immer wieder aufs neue verblüfft. Und immer noch hält Giora Feidman Ausschau nach Möglichkeiten, seine Musik wieder und wieder im neuen Gewand zu präsentieren. Sein Anspruch auf Vielseitigkeit, seine eigenen innovativen Interpretationen des Tango, Jazz, der Klassik und des Klezmer fügen sich zu einem großen und großartigen Gesamtwerk zusammen.

Die beeindruckende Reichweite seiner musikalischen Aktivitäten spiegelt sich in seinen aktuellen Projekten wider: Tourneen mit seinem verschiedenen Ensembles, zahlreiche solistische Auftritte sowie die Mitwirkung an verschiedenen Film- Theater- und Musikprojekten machen deutlich, daß Giora Feidman längst zu einem Universalkünstler geworden ist, ausgezeichnet durch einen unverwechselbaren Personalstil, geprägt durch seine kulturellen, religiösen und musikalischen Wurzeln.

Aktuell arbeitet Giora Feidman mit folgenden Programmen und Ensembles: „The Spirit of Klezmer“ – Giora Feidman Trio, „From Classic to Klezmer“ – Giora Feidman und Matthias Eisenberg, „Back to the Roots“ – Giora Feidman & Gitanes Blondes, „Klezmer & Strings“ – Giora Feidman & Gershwin Quartett, „Cello meets Klezmer“ – Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett sowie immer wieder als Solist mit verschiedenen internationalen Orchestern, als Musiker und Schauspieler bei Theater- und Filmproduktionen. Die Premiere des aktuellsten Programms „Feidman plays Beatles“ featuring Rastrelli Cello Quartett fand am 25. November 2016 in der Berliner Philharmonie statt und wurde vom Publikum mit frenetischem Jubel gefeiert.

1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, wird seine Jugend durch die spezifisch jüdische Musiktradition des Klezmer geprägt. Nach einer klassischen Musikausbildung wird Giora Feidman mit 18 Jahren in das Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos Aires aufgenommen. Zwei Jahre später folgt die Berufung als jüngster Klarinettist in das Israel Philharmonic Orchestra. In den fast zwei Jahrzehnten seiner Orchesterzugehörigkeit arbeitet er mit allen bedeutenden Dirigenten seiner Zeit. Giora Feidman entwickelt in dieser Zeit sein Verständnis von Musik als die „Sprache der innersten Seele“, als ein Mittel der Verständigung, das alle Grenzen überwindet.