Songs an einem Sommerabend 2019 in Würzburg – Medienecho

Quelle: Main-Post, 17. November 2018, Joachim Fildhaut

Haindling und Wecker bei „Songs an einem Sommerabend“

Die Sommerabende für die Songs sind klar: Am 14. und 15. Juni 2019 tritt das Würzburger Kloster Himmelspforten zum zweiten Mal das Erbe von Kloster Banz an. Dort, bei Staffelstein, hatte der Radiomann Ado Schlier drei Jahrzehnte lang das Festival „Songs an einem Sommerabend“ organisiert. Im vorigen Jahr hatte er eine verkleinerte Fassung des Liedermacherfestivals in seine Heimatstadt Würzburg gebracht. Mit der Halbierung der Zuschauerplätze und der Einkehr am Main ist der 85-Jährige zufrieden. Dies wurde klar, als Schlier in Himmelspforten das Programm für 2019 vorstellte.

Haindling, Klaus Hoffmann und Konstantin Wecker kommen. Das musikalische Paar Carolin No gibt wahrscheinlich sein erstes Konzert nach der Babypause, Weiherer und D’Raith-Schwestern erweitern die Bayernpräsenz, Moderator Matthias Brodowy singt mit, mindestens zwei oder drei der Nachwuchspreisgewinner (auf die sich eine Jury Ende Januar einigen wird) treten ans Mikro. Alle außer Konstantin Wecker sind am Freitag und am Samstag zu hören. Das Wiederholungskonzert wird seit Alters her wegen der Fernsehaufzeichnungen gegeben. Visuell schlecht machte sich im Vorjahr die Ausrichtung der Bühne zur Abendsonne. Deswegen wird sie 2019 um 180 Grad gedreht und entsprechend neu platziert – die Bühne, nicht die Sonne.

Ein zusätzlicher Abend

Neu ist der Sonntag. Der technische Aufwand sei für zwei Tage eigentlich zu hoch, sagte Schlier, deswegen sollte der Bühnenaufbau für einen dritten herhalten. Dazu habe Konstantin Wecker vorgeschlagen, sein Liedprogramm „Weltenbrand“ mit Orchesterbegleitung am dritten Sommerabend zu bringen: Um 18 Uhr geht’s los am Sonntag, 16. Juni.

Ado Schlier ließ offen, wie lange er noch die Kraft habe, solch eine Organisation mit zu betreuen. Doch er hofft, dass dieser dritte Aufführungstag mit einem abendfüllenden Special sich durchsetzt – ebenso, dass ein Nachfolger seine Arbeit fortsetzt. Die Schwierigkeiten, die es voriges Jahr beim Einlass gab, bekomme man 2019 sicher unter Kontrolle, versicherte Schlier.

Während im vorigen Jahr jüdische Songtraditionen den Motivschwerpunkt setzten, sollen sich die Künstler 2019 auf die große Linie von den Minnesängern über die Romantik bis Bert Brecht beziehen. Klaus Hoffmann denke über Heinrich-Heine-Lieder nach, verriet Schlier. Und Hans-Jürgen Buchner werde „leise Geschichten am Klavier“ erzählen; seine Band Haindling spiele zwischen diesen Nummern Instrumentals: „Das hat nichts mit dem Bierzeltprogramm zu tun, mit dem Buchner und Haindling auch unterwegs sind.“

Bei alledem verfolgen die „Songs an einem Sommerabend“ auch ein politisches Programm: Es geht ums Brückenbauen und gegen Ausgrenzung und Hass.

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